Mutlu yıllar (Frohes neues Jahr)

Um direkt an meine Wiederkehr aus Syrien anzuschließen – Ich hab Besuch aus Deutschland bekommen, Felix, seine Freundin Maria und Martin sind zum Wochenende vor Weihnachten zu Besuch gekommen. Leider zum wahrscheinlich ungünstigst denkbaren Zeitpunkt, da ich Mittwoch das erste Mal beim Arzt war, und die drei Donnerstag schon gekommen sind. Das mit dem Arzt ist hier sowieso so ne Sache, da die Behandlung, und im Prinzip auch die Medikamente an der Uni zwar kostenlos sind, aber die Ärzte beide komischerweise soviel Englisch können wie 6. Klässler was zu einigen Verwirrungen führen kann und meist so endet das man einfach nen Studenten aus dem Wartezimmer dazu holt der dann übersetzt (was unter Umständen zu sehr peinlichen Situationen führen kann). Ich hab dann einiges an Medikamenten bekommen und 7 Tage später ging es mir dann wieder annehmbar gut, so von wegen normal essen, kein Fieber mehr und so…
Doof war das ganze wie gesagt ziemlich da ich eigentlich vorhatte mit den drei sowohl feiern zu gehen als auch ihnen die Stadt zu zeigen, was sich größtenteils erledigte, da ich 16 Stunden täglich geschlafen habe und nicht wirklich gut zu Fuß war. Sie sind dann bis auf anderthalb Tage alleine los und wir haben uns dann Abends wenigstens ein bisschen zusammengesetzt, aber wie gesagt, bin immer noch ein bisschen zerknirscht deswegen.
Zu Weihnachten habe ich mich dann wieder getraut mal was zu normales zu essen, selbst wenn ich es ein bisschen weit getrieben habe und das ganze ganz schön nach hinten hätte losgehen können: Wir haben uns alle am 25. Abends bei Tessa und Hendrik, dem Holländerpärchen getroffen und mit ca. 15 Personen ein riesiges Weihnachtsessen veranstaltet. Jeder hat etwas gekocht oder zubereitet, da gab es von Köttbullar (die Ikea Fleischbällchen), Kürbissuppe, nen Truthahn und vieles mehr – ich bin morgens zum Gewürzbasar gegangen, habe haufenweise Zeug gekauft und nen Riesentopf Glühwein gemacht. Ich bin bis 7 Uhr morgens dageblieben und habe im großen und ganzen 10 Stunden lang gegessen 😀 war mal wieder nötig und hat ohne gesundheitlichen Rückschlag geklappt. An weihnachtlicher Stimmung war das der absolute Höhepunkt, denn ansonsten ist hier mit Festtagsstimmung natürlich nicht viel. Zwar ist der Taksimplatz geschmückt und dort steht sogar eine Art „Weihnachtsbaum“ aus Lichtern, aber es wird strikt darauf bestanden das das Neujahrsschmuck ist. Das ganze wird einfach in einen „westliche Kultur-Folklore“ Topf geworfen und hier verwertet, das Neujahrsfest war auch relativ verhalten weil es traditionell einfach nicht so tief verwurzelt ist wie z.B. der Bayram, und irgendwann importiert wurde.
An Heiligabend (was der einzige Tag war an dem es hier geschneit hat) war ich mit den Holländern in einer französischen Kirche um die Ecke, wenn ich es richtig verstanden habe war der Herr der den Gottesdienst gehalten hat der ansässige Bischof.
Die Tage danach hab ich außer lernen und erholen nicht viel gemacht, in der ersten Woche des neuen Jahres ging es dann direkt mit zwei Klausuren weiter.
Zu Silvester haben wir uns erst bei den Holländern getroffen und sind vor Mitternacht auf die Galatabrücke gegangen um uns das Feuerwerk über dem Goldenen Horn und dem Bosporus anzusehen. War sehr sehr lustig, es waren viele Gäste aus Holland dabei, insgesamt waren wir an die 25 Leute. Aus dem Feuerwerk wurde dann nichts, bzw. nur soviel wie in einem 1000 Einwohner Dorf in Deutschland. Wir haben uns alle gewundert, die meisten Leute waren auch ziemlich verhalten und haben uns eher belustigt angestarrt. Ich weiß nicht ob auch das ein Ausdruck des Kulturunterschiedes ist oder der andere Grund, wir haben nämlich ein paar Tage später rausgefunden das sowohl das große Fest aufm Taksim als auch die meisten Feuerwerke wohl wegen dem momentanen Krieg in Gaza abgesagt wurden…
Danach ging weiter auf eine Kellerparty in Eminönü, der Altstadt. Angekündigt wurde das ganze als Party in einer Jahrhunderte alten Zisterne mit haufenweise Studenten und Freibier – die Realität sah dann so aus das es zwar ein wahrscheinlich alter und relativ großer Keller war, nach ner Zisterne sah das ganze aber nicht aus. Zu allem Überfluss war auf dem Klo auch ne Wasserleitung kaputt so das das Wasser gute 5cm hoch stand, außerdem war die Garderobe voll als wir ankamen, was einige Leute Schals und Jacken gekostet hat. Karten wurden auch viel zu viele verkauft, so das es ein Gedränge wie beim Sommerschlussverkauf gab. Irgendwie wars dann doch nicht so schlimm wie es sich anhört, der Knaller war es aber auf keinen Fall.

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