Sturm über Istanbul

Wiedermal ein nicht allzu spektakulärer Eintrag – Donnerstag und Freitag hatte ich frei, Die ganze nächste Woche wird das so bleiben, wobei dann ja Julia da ist, die heute Nacht um 3.30 am Taksim ankommen wird. Bis dahin werd ich wohl noch das eine oder andere Koffeinhaltige zu mir nehmen. Gestern war ich auf Sebastians Abschiedstreffen, Party wäre wohl übertrieben, in einer der vielen Dachterassen-mit-wunderbarem-Ausblick Bars. War wiedermal ziemlich teuer, aber zum Abschied geht das mal. Er ist nun mit seinem Praktikum fertig und studiert wie ich Powi in Darmstadt. Ansonsten waren die vorherigen Tage von Regen, einem ziemlich üblen Sturm und einer leichten Erkältung gekennzeichnet, die allerdings wiedermal dank Lars´ TylolHot Erkältungspulver zum anrühren schnell vorbei war. Das Wetter wird langsam echt ungemütlich, es ist nur noch am regnen und stürmen, nächste Woche soll aber irgendwann nochmal die Sonne rauskommen, wenn auch nur bei gewöhnungsbedurftigen 15°C. Die Bauweise mancher Häuser hier ist echt gefährlich, Amir ist gestern nur um Haaresbreite einem herabstürzenden Ziegel entkommen und selbst auf unserem kleinen überdachten Balkon liegen seit Freitag einige kleinere Trümmerteile unseres, und des gegenüberliegenden Hauses. Eine Strasse weiter sind haufenweise Autos übelst demoliert worden, da die gesamte Häuserreihe der Strasse einfach ein bisschen Fassade oder Dachbedeckung los wurde. Passiert zwar in Deutschland auch hin und wieder, aber ist schon beängstigend in welchem Ausmaß hier der Schutt runterkommt.
Gestern nachmittag habe ich meine Fotosammlung „Demonstrationen in Istanbul“ wieder aufgestockt. In der Innenstadt, umgeben von mindestens genausovielen Polizisten, Haben ca 50 Leute „Pace“ Fahnen geschwenkt und „für den Frieden“ demonstriert.

Demonstranten

Demonstranten, in Hintergrund die Galatasaray Highschool

Danach habe ich 30m weiter noch ne Anti-AKP (Regierungspartei) Demo gesehen, aber die bestand nur aus ca 10 Leuten mit 2 Transparenten, so das sie auch gut als Tourigruppe hätten durchgehen können und als ich das Handy zücken wollte schon wieder ausser Sichtweite waren.
Nächste Woche ist wie gesagt wegen Bayram (Ramadanende) frei, danach geht die Uni dann richtig los. Morgen feiert Lars Geburtstag, wird bestimmt lustig 🙂
Bis dann

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WICHTIG – Telefonnummer

Da ich heute nicht viel zu tun hatte hab ich mal bei Skype rumgeguckt und nun eine deutsche Telefonnummer mit der man mich über Skype erreichen kann wenn ich Online bin. Ansonsten geht aber so wie ich das verstanden habe ein Anrufbeantworter dran. Das tolle ist das ich mir auch ne Festnetzflat fürs Deutsche Netz geholt habe, was bedeutet das ich unbegrenzt ins deutsche Netz telefonieren kann!

Die Nummer ist:

06151 7891 005

Die erste Uniwoche

So, nun mal um alle neugierigen Anfragen auf einmal zu beantworten: Die Uni ist toll!
Nach der ersten Woche überwiegt wirklich die Freude aufs studieren. Ein paar Kurse muss ich zwar wieder abwählen, weil ich sie in unseren modularisierten Studengängen in Deutschland nicht einbringen kann, aber das wird kein Problem.
Mal abgesehen vom Inhalt, der zb in „Politische Philsophie“ genau der gleiche ist wie in Darmstadt, sind die Dozenten doch auf breiter Linie „anders“.
Egal ob in Geschichte (wobei da der Unterschied nicht soooo groß ist 😉 ) oder Politik, die Dozenten sind irgendwie quirliger, aufgeschlossener und lebendiger als in Deutschland. Das soll nicht heissen das oben genannte Adjektive nicht auch auf Deutsche Lehrkörper zutreffen, aber an der SU ist es doch noch mal ne Stufe auffälliger. Ich weiß nicht, vielleicht ist es nur der Semesteranfang der den Enthusiasmus steigert, aber man ist hier sehr aufmerksam und interesssiert an den Äusserungen der Studeneten, selbst wenn sie vergleichsweise simpel sind. Meinen Stundenplan muss ich über den Bayram (Ferien zum Ende des Ramadans) nochmal überdenken, da die Zeiten ziemlich suboptimal sind, aber da bin ich guter Dinge. Leider hatte ich die ganze Woche auch keine wirkliche Lust bzw. Zeit Abend nochmal wegzugehen, aber das wird dann spätestens Samstag nachgeholt, wenn Sebastian, ein anderer Austauschstudent aus Darmstadt zurück fliegt.
Ausser Uni ist die Woche nicht viel gelaufen, bin immer spät nachhause gekommen und habe dann entweder mit der Heimat kommuniziert oder mit meinen Mitbewohnern Filme guckt.
Irgendwie fühl ich mich auch gar nicht so weit weg wie das die Landkarte vermuten lassen würde. Weiß nicht ob ich einfach nicht der Heimwehtyp bin, aber jedesmal wenn ich drauf angesprochen werde denk ich wieder drüber nach und komme dann zum Schluss: joah… ich bin halt hier, ne? Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Das einzige was ich bis jetzt vermisse sind Airwayvs Kaukummis… Sowas hab ich hier noch nicht gefunden.
Montag kommt Julia, dann mit Gastbeiträgen zum Blog.
Liebe Grüße

Schluss mit Urlaub

Die Orientierungswoche ist rum und morgen fängt dann der Unialltag an. Mein Stundenplan quillt über, denn anders als in Deutschland haben hier die meisten Kurse zwei Termine, sprich 3-4 Stunden Umfang der sich auf zwei Tage streckt. Von daher hab ich nur einen freien Tag in der Woche, den Freitag. Die Shuttlebuszeiten sind glaub ich meine Nemesis, denn ich hab Kurse die um 11.30 anfangen, der Bus fährt aber erst um 11.15 am Takim los und braucht ja bekannterweise ne gute Stunde zur Uni. Der frühere Bus fährt um 8.15, was bedeutet das ich jeden Tag um 7 raus muss und dann teilweise 2 Stunden warten muss bis die Kurse anfangen, aber vielleicht kann ich mich dann mal aufraffen mehr zu lesen…
Das Wochenende war sehr schön, Freitag haben wir alle zusammen ne geführte Stadttour gemacht die von der Uni organisiert wurde. Leider waren wir nur in der Altstadt und haben uns die Hagia Sophia und die blaue Moschee angeguckt, was beides sehr interessant war ich aber sowieso noch 5mal mit Gästen werde machen müssen 😉


in den Topkapi Palast hätten wir zwar, laut vom obersten Kulturdirektor von Istanbul ausgestelltem Wisch kostenlos reingedurft, wurden aber von übereifrigem Eintrittspersonal davon abgehalten weil die auf einmal 20YTL pro Kopf haben wollten. Unter anderem deshalb war das ganze dann auch nicht so der Knaller und viel zu früh zu Ende, so das alle noch Freizeit in der Innenstadt hatten, die ich schon zu genüge hatte.
Abends fand dann „unsere“ Welcomeparty in nem Klub in der Innenstadt statt. So lange bin ich nicht geblieben, da ich vorher mit ner Gruppe Holländer ne Kneipe mit wunderschöner Aussicht um die Ecke gefunden hab in der das 0,33 Bier nur 1,5YTL kostet, was sehr verlockend ist.
Gestern war ich 20min zu laufen bei meinen holländischen „Nachbarn“ auf ner Art Dinnerparty. Nachdem ich letzte Woche schonmal Muscheln gegessen habe gab es diesmal Lachs (ich mag nix ausm Wasser – leider). War an sich ok, hab nicht wie sonst nen Würgereiz bekommen, aber mein Lieblingsessen wird Fisch wohl nie werden, da kann noch so lange rumprobieren. Hab mich lange mit anderen Erasmusleuten von der Uni unterhalten, sind einige ganz nette dabei, mit dem Pärchen – Tessa und Hendrik – werd ich wohl noch öfter rumhängen, mit Perspektive auf meinen ganzjährigen Aufentalt ist es aber auch nicht verkehrt mal was mit Türken zu machen und sich nicht zu sehr auf die Erasmusleute festzulegen (vom Altersunterschied mal ganz abgesehen).
Heute ist erstmal vorbereiten auf den Unialltag am Start, der Abend wird wahrscheinlich von MItbewohnern und nem Film gestaltet werden, das Wetter ist am schlehter werden, es hat den ganzen Tag genieselt 😦
so weit, Salam

Endlich alles im reinen

Die letzten Tage gab es trotz Ereignissen keine Einträge, mein PC ist mir nämlich anscheinend vor die Hunde gegangen. Ich werd Amir, meinen Mitbewohner mal nachgucken lassen, aber ich schätze es liegt an der Hardware und ist irreparabel.
However, die Uni hat angefangen, oder zumindest die Orientierungswoche. In die Wohnung bin ich Sonntag Nacht eingezogen und es ist wirklich der Knaller – dafür hat sich der Stress vorher wirklich gelohnt. Die drei mit denen ich zusammen wohne könnten besser und angenehmer nicht sein. Amir, ein Palästinenser arbeitet in ner IT-Firma, Lars, ein Anglo-schwede ist sowas wie ein Lektor für Touriheftchen und Fahrid, der zweite Pali, ist wenn ich das richtig verstanden habe Eigentümer einer Tourismusfirma für arabische Touris. Alle sind ein paar Jahre älter als ich und sehr nette Zeitgenossen.
Die Uni hat wie gesagt auch am Dienstag angefangen, hab gleich Anschluss gefunden, sind ne Menge netter Leute dabei, auch wenn ich nicht gedacht habe das wir so viele Deutsche sind. Insgesamt sind es glaub ich um die 10 Leute, auf Platz zwei kommen dann glaub ich die Holländer mit ca 7. Ansonsten ist es ganz bunt gemischt, Spanier, Italiener, Israelis, Schweden, Dänen usw.
Das wunderbare ist das ich vor allem einen Laptop von der Uni geliehen habe, so das ich gerade im Bus sitze und schreibe 🙂
Die Dozenten sind so weit ich das mitbekommen habe alle Supi, kein Vergleich zu Deutschland. Irgendwie machen alle den Eindruck das sie den Kontakt und die Kommunikation mit den Studenten suchen, so das man irgendwie ganz anders ans Lernen heran geht, da man ein viel persönlicheres Verhältnis pflegt.
Ansonsten war ich am Wochenende ja wie schon gesagt ziemlich krank, inzwischen gehts aber bis auf einen leichten Husten wieder. Abends war ich die Woche noch nicht weg weil ich vom früh aufstehen ziemlich müde war (um um 9.30 an der Uni zu sein muss ich um 7 raus), aber das zuhause bleiben mit Shischa. Bier und Filmen mit den Mitbewohnern war sehr angenehm und spaßig.
Ich bin mal gespannt wie es mit den Erasmusparties weitergeht, denn der Großteil meiner Kommilitonen wohnt auf dem Campus, so das ich glaub ich mit den zwei Hollöndern mit denen ich letzte Woche weg war, und ca 5 anderen, der einzige bin der in der Stadt wohnt. Selber schuld…
Gestern Abend hat es noch „geregnet“. Den Satz hab ich glaub ich schon zu oft benutzt aber: „sowas hab ich noch nie gesehen“. Strassen wurden zu Flüssen! am Taksim konnte ich keine Strasse überqueren da das Wasser teilweise 15cm tief war. Ich bin aus dem Bus raus und war innerhalb von 2min komplett durchgeweicht, bis auf die Unterwäsche. Meine Schuhe musste ich direkt auf die Heizung stellen, sie sind auch jetzt noch pitschenass. Innerhalb von 5min war alles voll mit Regenschirmhändlern. Es wurden sogar Müllsäcke als provisorische Regenjacken verkauft – und sie wurden gekauft. Regenrinnenabflüsse verwandelteln sich in Springbrunnen, der Wind war orkanartig. Heute kam die Sonne wieder raus aber es war trotzdem ein ziemlich apokalyptisches Erlebnis.

Final Destination?

Um eins vorweg zu nehmen, das Essen bei Mike und Elif war zwar nett, aber irgendwie verstörend, denn es gab Tütensuppe und Hähnchen das einfach ohne irgendwas weiteres in den Ofen geschmissen wurde. Seis drum, gefreut habe ich mich über die Einladung trotzdem. Der einzige wirkliche Minuspunkt war das Elif irgendwann angefangen hat übermäßig mit Duftspray rumzusprühen um zu zeigen wie toll es auch nach Lavendel riecht. Nach 2 Stunden im Zimmer voll davon hab ich schon am gleichen Abend üble Halsschmerzen bekommen, die von der Klimaanlage nur noch verstärkt wurden. Das ganze hat sich dann darin nieder geschlagen das ich die letzten zwei Tage fast komplett im Bett verbracht habe und heute nur kurz vor die Tür bin um Kamillentee zu besorgen. Meine Ernährung bestand fast vollkommen aus Salamibrot und Aspirin, seit heute Nachmittag geht’s aber schon wieder (bis auf die Halsschmerzen).
Gute Nachrichten, wenn auch mit weinendem Auge gibt es trotzdem: Ich habe eine gute Wohnung gefunden. Eigentlich wollte ich ja bei Fatih einziehen, bei dem ich wie schon angesprochen, bis jetzt auf der Matratze im Wohnzimmer schlafe, daraus wird jetzt aber doch nichts. Letzte Woche hat er mit den Vermietern den neuen Mietvertrag aufgesetzt, der eine Mieterhöhung ab Dezember vorsieht. Das Problem an der Sache ist das statt der eingeplanten 500YTL ab Dezember nun fast 700 (also fast 400 €) fällig wären, da irgendwie auch andere Rechnungen gestiegen sind, so ganz hab ich auch nicht durchgeblickt, aber 700 ist einfach ein unbezahlbarer Preis für ein Zimmer ohne Möbel, in einer Wohnung die wenn der Mitbewohner endlich aus dem Zimmer draußen ist, zeitweilig auch keinen Kühlschrank hat. Der schon angesprochene Mitbewohner sollte bis Morgen draußen sein, Fatih hat ihm zwar gesagt er solle das schnell machen, aber ich sehe es noch nicht. Am Dienstag fängt die Uni an, und dann will ich eigentlich schon mal irgendwie ein eigenes Zimmer haben. Wie gesagt am Ende war der Preis ausschlaggebend, denn Fatih ist echt ein herzenslieber Kerl, selbst wenn er seit gestern ziemlich zurückhaltend und patzig drauf ist.
Das mit der neuen Wohnung ging sehr schnell, ich habe gestern Mittag mal im Internet geguckt, 2 Stunden später war es dann sicher. Ich ziehe nur 3 Minuten zu laufen weiter, in eine 4er WG mit zwei Arabern und nem Engländer. Ich hab sie noch nicht alle getroffen, mich aber ausführlich mit meinem Vorgänger, einem deutschen  Polymerforscher unterhalten. Alles hat sich perfekt angehört – Ich kann seine Möbel behalten, in der WG gibt es nen Balkon, nen Beamer, ne PS2, eine 1000er DVD Sammlung etc. und das alles für die Hälfte dessen was ich hier bezahlt hätte. Die Mitbewohner arbeiten teilweise, was der ganzen WG das studentische nimmt, aber das ist mir nur mehr als recht. Wie gesagt, es tut mir echt leid für Fatih, er ist ziemlich niedergeschlagen, weil wir uns vom ersten Moment an super verstanden haben. Sein Vater hat ihm wohl sogar gesagt er solle sich nicht mit Ausländern einlassen weil sie unzuverlässig sind, aber ich kann es auch nicht ändern dass der Preis letzte Woche so hoch gegangen ist. Und wie gesagt – der Mitbewohner der mein Zimmer noch inne hat ist noch irgendwo in Anatolien unterwegs und sein Auszug nicht in Sicht… Am Montag ist Matthias, der Deutsche, aus meinem neuen Zimmer draußen, so das ich einziehen kann – dann voraussichtlich dauerhaft. Bin richtig froh das nach den ganzen nicht so erfreulichen Umständen wie zwei Wochen auf Stacheldrahtmatratzen schlafen oder 1,5 Stunden zum Taksim unterwegs zu sein endlich Land in Sicht ist, pünktlich zu Unibeginn.
Vorgestern hab ich mich noch mit Sebastian, einem anderen PoWi Studenten aus Darmstadt getroffen um den Geburtstag einer seiner Freundinnen auf/in einer Dachterassenbar zu feiern. War alles sehr angenehm, wir haben uns gut unterhalten und einige andere Sabanci (meine Uni) Studenten hab ich auch noch getroffen. Hier Anschluss zu finden ist echt überhaupt kein Problem. Eigentlich wollte ich Freitag und Samstag zwar mit diversen Studentengrüppchen weggehen, aber das ganze wurde wie gesagt durch meinen Infekt torpediert.
Am Montag habe ich dann wohl auch wieder Internet das schneller ist als 3 Kb/S, dann ist hoffentlich alles in Butter.
So far…

Der erste Raki in Istanbul

Nachdem ich mich vorgestern mit Cagatay, einem Kollegen aus der Centralstation in Darmstadt, getroffen habe, bin ich abends wieder nach Kadiköy rüber und habe nen schönen Abend am Hafen verbracht. Cagatay hat mich mittags seinen Kindheitsfreunden vorgestellt, die wohl allesamt im schon erwähnten und gepriesenen Peyote-Club arbeiten, der eine ist unter anderem Türsteher dort – Sachen gibts…
Gestern verlief der Tag eher schleppend und langweilig, da ich tagsüber einfach nichts zu tun hatte und mich tierisch gelangweilt habe. Ich will nicht jeden Tag nur rumschlendern, denn dafür tun mir die Füße zu sehr weh, vor allem aber ist es wieder ein bisschen schwüler geworden. Die Sehenswürdigkeiten, die sehr teuer sind werd ich mir sowieso noch mit den ganzen Gästen die ich erwarte angucken (Julia aus Wiesbaden kommt in zwei Wochen). Abends hab ich mich erst mit ein paar anderen Erasmus Studenten von meiner Uni getroffen, wir hatten uns über Mails verabredet. Sind zwei richtig nette Holländer, Tessa und Hendrik, die noch zwei Engländer dabei hatten die sie auf Facebook kennengelernt haben. War echt ein netter Abend, selbst wenn ich nicht sooo lange geblieben bin, weil Cagatay heute wieder zurück nach Deutschland geflogen ist und seine Freunde einen rakihaltigen Abschied gefeiert haben. Mit den Erasmusleuten, die wie gesagt alle sehr nett waren, waren wir in einer Bar in Galata, nahe dem Turm. Was wir da genau gemacht haben weiß ich auch nicht denn: die hatten eine ziemlich exklusive Weinkarte und einen Pianospieler. Die Aussicht war zwar sehr schön, aber ich glaube die türkische Freundin der beiden Engländer, die uns dorthin verfrachtet hat, hat andere Vorstellungen von den finanziellen Möglichkeiten der europäischen Studenten. Der wunderbare Bosporusblick von der Dachterrasse der „Bar“ hat sich dann in den 11YTL für ein kleines Bier niedergeschlagen (eine Strasse weiter kostet es um die 2-3) – Gin Tonic gabs ab 22 (ca 14 Euro).

Memo an mich: weniger Engländerwitze – man gewöhnt sich zu schnell dran nette Leute einfach scherzhaft zu beleidigen weil man es von Engländern auch nicht anders gewohnt ist. Sie steigen zwar irgendwie immer ziemlich leicht drauf ein – auch das ist man gewohnt, aber irgendwie könnte es sein das es ein zu verbissenes Bild von mir vermittelt…
Gegen 10 bin ich dann rüber zu Cagatays Abschiedsparty (nach Kadiköy), wenn man das so nennen will – es war mehr ein ausgiebiges Abendessen mit 4 Flaschen Raki für 6 Leute. Ein bisschen Kopfschmerzen hab ich auch noch, aber die können auch vom Sofa kommen auf dem ich übernachtet habe. Der Abend war sehr lang, zwischendurch ist auch wieder zweimal für ungefähr ne Stunde der Strom ausgefallen, aber darauf war der Haushalt mit einer Familienpackung Kerzen zum Glück vorbereitet. Ich weiß nicht ob die hier alle so sind aber bis jetzt habe ich wirklich nur nette Leute getroffen – Cem, Cansu und Onur, Cagatays Freunde, sind jetzt die ungefähr 20sten die mir gesagt haben das ich jederzeit bei ihnen übernachten kann oder sie anrufen kann wenn ich bei irgendwas Hilfe brauche – die drei werd ich garantiert noch öfter sehen.
Heute morgen haben wir alle dann Cagatay zur Fähre Richtung Weg zum Flughafen gebracht, danach bin ich wieder mit meiner Fähre rüber und bereite mich nun auf das Abendessen bei Mike und Elif vor, die beiden hatten mich eingeladen weil wir uns nun schon fast ne Woche nicht mehr gesehen haben. Ich habe die beiden echt gerne, ausserdem sind sie eine willkommene erwachsene Abwechslung zum manchmal nervig klischeehaften Studentenleben. Um der stacheldrahtartigen Matratze in Fatihs Wohnzimmer zu entwischen, werde auch mal wieder dort schlafen.

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    28.01.09 - 09.02.09 Heimaturlaub

    am 09.02.09 fängt die nächste Orientierunswoche an
  • Istanbul

    "Nächster Halt: Bosporus"
  • Kälender

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