Heilig Abend und das Freitagsgebet

Ich feiere mein erstes Weihnachten in Istanbul. Haben uns in einem Restaurant einen Tisch reserviert und haben auch unseren Weihnachtsbaum mitgebracht. Nach dem Essen noch schnell die Wichtelgeschenke verteilt und so schnell war Heilig Abend schon wieder rum.

Dass es hier auf dem Campus einen Gebetsraum gibt, wusste ich. Was ich jedoch nach drei Monaten noch nicht in Erfahrung bringen konnte, ist, dass hier sogar ein Freitagsgebet gebetet wird. Zu meiner Überraschung waren wir dann rund 100 Leute, die zusammengekommen sind. Noch während ich mich allen Ernstes frage, wie es passieren konnte, dass ich in sovielen Wochen nichts von diesem Zusammenkommen gehört habe, füllt sich der Raum langsam, aber sicher. Interessanterweise waren kaum Studenten da. Umso größer war aber die Varietät an Arbeitsuniformen, von Gärtnern, Köchen, Reinigungskräften, Sicherheitsleuten, Kassierern, Kellnern und Busfahrern. Ein Bild, das ich nicht vergessen werde: aus dem kleinen Nebenzimmer tritt ein gepflegter junger Mann um die 25 hervor. Die traditionelle Kluft, die eher nach einem Kostüm aussah, verdeckte die Kleidung, die er drunter trug, nicht ausreichend, sodass man sowohl sein Polohemd als auch seine Jeans erkennen konnte. Dann trug er seine Rede vor, mit zittriger Stimme, und war danach um eine Erfahrung reicher. Ich auch. Es grüßt, Euer Omar.

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FRÖHLICHE WEIHNACHTEN

Er spricht mir einfach aus der Seele.

Auch von mir,
Allen Lesern, deren Familien, Freunden und Lieben:

EIN FRÖHLICHES WEIHNACHTSFEST!

Vor Silvester melde ich mich nochmal, also fällt der
„GUTE RUTSCH“-WUNSCH erstmal weg.

Euer Omar.

Muna: in Kairo schlachten die auf der Straße, überall Blut.

…in Istanbul nicht. Wieder nur zu Dritt im Bus, um 06:30. Radio: es wird eng auf der türkischen Mittelwelle. In Taksim angekommen habe ich mir dann ein Taxi nach Fatih (siehe Karte 3) genommen, damit ich pünktlich zum Bayramgebet erscheine. Roter Halbmond verteilt Lokum, türkische Honigwürfel.

Endlosschleife: Hand geben, Alles Gute wünschen, hinten anstellen…

Verdammt: Stunden später sehe ich im TV, dass der Präsident und sein Freund, der Premierminister nur eine Moschee weiter gebetet haben. Das Fernsehen zeigt außerdem, wie Kühe sich im ganzen Land vorm Schlachten drücken, ausreißen und die Autobahnen unsicher machen, durch Fußgängerzonen rennen und Menschen in Angst und Schrecken versetzen.

Die Karte zeigt meine Kurban-Bayram (Opferfest) Tour 2007 en détail.
Zum Glück kosten über die Feiertage die Public Transportations nur 50% des Orginalpreises.

In Avcilar (siehe Karte 5) lerne ich Teyfiks Familie kennen. Herzlich liebe Menschen! Dankeschön an dieser Stelle. An der Wand hängt ein Foto von Teyfik in Marineuniform und sein Opa erzählt von alten Zeiten in der Deutschen Bundesliga.

Danach habe ich mich als Überraschungsbesuch in Kartal (siehe Karte 7) bei den Cetinkayas blicken lassen. Drei Monate danach saß ich dieses Mal im Wohnzimmer und konnte mich deutlich und verständlich machen. So macht das doch gleich viel mehr Spaß. Nach alledem, bin ich erstmal müde. Euer Omar.

Yes.

Die zweite Runde der Midterm-Exams ist schon fast rum und jetzt bleibt endlich wieder Luft, mal was von hier zu berichten. Die Vorbereitungen für das Projekt SU-Calender 2008 sind voll im Gange und es hat sich ein starkes Team von ca. 20 Personen gebildet, die helfen, wo sie können. Das zweite Foto ist aufgenommen. Es war zwar nicht so komplex wie das erste, dafür aber viel härter, weil wir fast ne Stunde in der Nacht unter freiem Himmel in der eisigen Kälte standen, bis es wirklich losgehen konnte. Setup-Fotos sind wirklich nicht zu unterschätzen, Licht hier, falscher Winkel, Sonne beachten, Kabel verlegen, anschließen, Kameraeinstellungen testen, Leute positionieren und vieles mehr. Aber die Erfahrung ist es mir wert. Hier ein paar Eindrücke vom zweiten Shoot, aufgenommen von Irem:

Das Ergebnis dieses Kalenders werde ich dann in digitaler Form präsentieren. Allen Hochrechnungen nach wird das ein Kalender für März 2008 – März 2009. Aber das passt, weil das mit den Semesterzeiten korreliert. Soviel zum Kalender.

Gestern waren wir wieder einmal Shoppen, im größten Outletshopping-Center der Türkei. Also Jasser (mein großer Bruder), wenn Du das liest: es lohnt wirklich nochmal herzukommen. Ehrlich. Und bring viel Geld mit, in kleinen Scheinen. Ich hab mir endlich das Fenerbahce-Trikot gekauft, mit Name omar und Rückennummer 12.

Ansonsten ist es schon wieder Sonntag. Viele Studentenkinder fahren jetzt schon Heim, weil nächste Woche ohnehin schon Opferfest ist, also kann man schon mal ne Woche Unterricht verpassen. Gruß an Gesche, die ich seit gestern ein bisschen besser verstehe. Gruß nach Darmstadt und in die Welt! Es geht mir gut. Euer Omar.

Dezember…

Und morgen ist schon wieder Nikolaus. Unglaublich. Die vergangene Woche war ich fast nur mit Lernen beschäftigt, so wie fast jeder hier. Diese Midterm-Exams sind schon ne feine Sache eigentlich. Jedenfalls, erstmal vorbei. Sonst verbringen wir die Zeit mit schönen Dingen Flanieren: SHOPPEN wird groß geschrieben, ESSENGEHEN fett und AUSGEHEN sogar kursiv.

Gestern war ich in Fatih, an der Stadtmauer. Normalerweise bin ich ein ziemlich offensiver Fotograf, der auf Leute zugeht und sie anspricht. Aber gestern war ich in Gegenden unterwegs, in denen ich die Kamera in der Tasche gelassen habe. Hochinteressant. Und das, nur 15 Busminuten vom pulsierenden Stadtkern entfernt. Eine Kostprobe:

Bis bald, Euer Omar.