Der erste Raki in Istanbul

Nachdem ich mich vorgestern mit Cagatay, einem Kollegen aus der Centralstation in Darmstadt, getroffen habe, bin ich abends wieder nach Kadiköy rüber und habe nen schönen Abend am Hafen verbracht. Cagatay hat mich mittags seinen Kindheitsfreunden vorgestellt, die wohl allesamt im schon erwähnten und gepriesenen Peyote-Club arbeiten, der eine ist unter anderem Türsteher dort – Sachen gibts…
Gestern verlief der Tag eher schleppend und langweilig, da ich tagsüber einfach nichts zu tun hatte und mich tierisch gelangweilt habe. Ich will nicht jeden Tag nur rumschlendern, denn dafür tun mir die Füße zu sehr weh, vor allem aber ist es wieder ein bisschen schwüler geworden. Die Sehenswürdigkeiten, die sehr teuer sind werd ich mir sowieso noch mit den ganzen Gästen die ich erwarte angucken (Julia aus Wiesbaden kommt in zwei Wochen). Abends hab ich mich erst mit ein paar anderen Erasmus Studenten von meiner Uni getroffen, wir hatten uns über Mails verabredet. Sind zwei richtig nette Holländer, Tessa und Hendrik, die noch zwei Engländer dabei hatten die sie auf Facebook kennengelernt haben. War echt ein netter Abend, selbst wenn ich nicht sooo lange geblieben bin, weil Cagatay heute wieder zurück nach Deutschland geflogen ist und seine Freunde einen rakihaltigen Abschied gefeiert haben. Mit den Erasmusleuten, die wie gesagt alle sehr nett waren, waren wir in einer Bar in Galata, nahe dem Turm. Was wir da genau gemacht haben weiß ich auch nicht denn: die hatten eine ziemlich exklusive Weinkarte und einen Pianospieler. Die Aussicht war zwar sehr schön, aber ich glaube die türkische Freundin der beiden Engländer, die uns dorthin verfrachtet hat, hat andere Vorstellungen von den finanziellen Möglichkeiten der europäischen Studenten. Der wunderbare Bosporusblick von der Dachterrasse der „Bar“ hat sich dann in den 11YTL für ein kleines Bier niedergeschlagen (eine Strasse weiter kostet es um die 2-3) – Gin Tonic gabs ab 22 (ca 14 Euro).

Memo an mich: weniger Engländerwitze – man gewöhnt sich zu schnell dran nette Leute einfach scherzhaft zu beleidigen weil man es von Engländern auch nicht anders gewohnt ist. Sie steigen zwar irgendwie immer ziemlich leicht drauf ein – auch das ist man gewohnt, aber irgendwie könnte es sein das es ein zu verbissenes Bild von mir vermittelt…
Gegen 10 bin ich dann rüber zu Cagatays Abschiedsparty (nach Kadiköy), wenn man das so nennen will – es war mehr ein ausgiebiges Abendessen mit 4 Flaschen Raki für 6 Leute. Ein bisschen Kopfschmerzen hab ich auch noch, aber die können auch vom Sofa kommen auf dem ich übernachtet habe. Der Abend war sehr lang, zwischendurch ist auch wieder zweimal für ungefähr ne Stunde der Strom ausgefallen, aber darauf war der Haushalt mit einer Familienpackung Kerzen zum Glück vorbereitet. Ich weiß nicht ob die hier alle so sind aber bis jetzt habe ich wirklich nur nette Leute getroffen – Cem, Cansu und Onur, Cagatays Freunde, sind jetzt die ungefähr 20sten die mir gesagt haben das ich jederzeit bei ihnen übernachten kann oder sie anrufen kann wenn ich bei irgendwas Hilfe brauche – die drei werd ich garantiert noch öfter sehen.
Heute morgen haben wir alle dann Cagatay zur Fähre Richtung Weg zum Flughafen gebracht, danach bin ich wieder mit meiner Fähre rüber und bereite mich nun auf das Abendessen bei Mike und Elif vor, die beiden hatten mich eingeladen weil wir uns nun schon fast ne Woche nicht mehr gesehen haben. Ich habe die beiden echt gerne, ausserdem sind sie eine willkommene erwachsene Abwechslung zum manchmal nervig klischeehaften Studentenleben. Um der stacheldrahtartigen Matratze in Fatihs Wohnzimmer zu entwischen, werde auch mal wieder dort schlafen.

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